Chamisso-Preis 2017

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Abbas Khider erhält den diesjährigen Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung. Mit dem Preis wird der im Irak geborene Schriftsteller für sein bisheriges Gesamtwerk ausgezeichnet. Die aus Serbien stammende Barbi Marković und Senthuran Varatharajah aus Sri Lanka erhalten die mit je 7.000 Euro dotierten Förderpreise.

Die Jury lobte Khider als "sprachsensiblen Beobachter der Verzweiflung, Verstörtheit, Wut und Hoffnung junger Männer, die ihre Heimat verlassen müssen und Zuflucht in Europa suchen". Der Autor wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 musste er aus politischen Gründen sein Heimatland verlassen. Vier Jahre lang lebte er als illegaler Flüchtling in Jordanien, Libyen und der Türkei bis er vor knapp 17 Jahren Asyl in Deutschland beantragte. Heute lebt Khider in Berlin. 2010 erhielt er für "Der falsche Inder" den Chamisso-Förderpreis. 2016 erschien sein neuester Roman mit dem Titel "Ohrfeige".

Der Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt seit 1985 auf Deutsch schreibende Autoren, deren Werk von einem Kulturwechsel geprägt ist. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Die diesjährige Preisverleihung findet am 9. März in München statt.