Staatsministerin Böhmer verurteilt Zerstörung irakischer Kulturstätten in Nimrud durch die Terrorgruppe ISIS und ruft zu Frieden im Irak auf

Staatsministerin im Auswärtigen Amt und Präsidentin des Welterbekomitees der UNESCO Maria Böhmer sagte am 09.03. in Berlin anlässlich der Zerstörungen von irakischen Artefakten in Nimrud durch die Terrorgruppe ISIS:

Die andauernden barbarischen Angriffe der Terrorgruppe ISIS im Irak sind erschütternd. Insbesondere die Entführungen in Tikrit, die Verbrennungen in al-Baghdadi und die systematischen Zerstörungen von Jahrtausende alten religiösen und kulturellen Artefakten und Manuskripten in Mossul und jüngst von archäologischen Ausgrabungsstätten in der ehemaligen assyrischen Hauptstadt Nimrud sind unerträglich und dürfen niemanden kalt lassen. Ich bin schockiert und verurteile dieses Vorgehen aufs Schärfste.

Die „kulturellen Säuberungen“ reißen tiefe Wunden in die Kultur, die Geschichte, die Tradition und die Seele der Menschen im Irak, in der Region und in der Welt. Wir dürfen nicht zulassen, dass ISIS das kulturelle Gedächtnis der Region auslöscht.

Ich unterstütze die Aufrufe des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, und der Generaldirektorin der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), Irina Bokova. Die terroristischen Angriffe und der illegale Handel mit Kulturgütern, mit dem sich die Terrorgruppe ISIS finanziert, müssen verhindert und beendet werden.

Jeder Staat trägt die Verantwortung für den Schutz seines Kulturgutes. Kulturgutschutz endet dort aber nicht. Wenn ein Staat dieser Verantwortung nicht allein nachkommen kann, ist die gesamte Staatengemeinschaft gefragt, vor allem in Krisensituationen und bewaffneten Konflikten. Deutschland nimmt diese Verantwortung sehr ernst, international wie national. Die Bundesregierung will den Kulturgutschutz in Deutschland grundlegend neu ausrichten, um dem illegalen Handel mit Kulturgütern einen Riegel vorzuschieben.